Was ist GitLab?

GitLab ist eine Entwicklungsplattform rund um ein Git-Repository. Das Repository ist der Teil, den alle kennen, und der kleinere: Dazu kommen Issue-Tracking und Planung, Merge Requests und Code-Review, eine CI/CD-Engine, eine Container-Registry, Security-Scanning sowie Release- und Deployment-Werkzeuge, alles in einer Anwendung mit einem einzigen Berechtigungsmodell.

GitLab nennt das eine DevSecOps-Plattform. Der Begriff stammt vom Hersteller und erklärt für sich genommen wenig, ist aber gut zu kennen: So beschreiben GitLabs Dokumentation und Vertrieb das, was du gerade bewertest.

Dieser Zuschnitt ist der eigentliche Produktgedanke. Die Alternative, aus der die meisten Organisationen kommen, sieht anders aus: Repository im einen Werkzeug, Pipeline im zweiten, Registry im dritten, Planungsboard im vierten, dazu vier Benutzerverwaltungen und vier Stellen, an denen Zugriff entzogen werden muss, wenn jemand geht.

Die KI-Schicht

GitLabs KI-Funktionen laufen unter dem Namen GitLab Duo. Am bekanntesten ist Code Suggestions, das Code beim Tippen vervollständigt. Dazu kommen Chat und die Duo Agent Platform, die GitLab als agentische KI für den gesamten Software-Lebenszyklus beschreibt und nicht nur als Assistenz im Editor.

Zwei Dinge solltest du wissen, bevor das auf einer Offerte auftaucht.

Abgerechnet wird nach Nutzung, nicht pro Platz. Die Funktionen der Duo Agent Platform laufen über GitLab Credits, nach tatsächlicher Nutzung statt nach zugewiesenen Plätzen. Das ist das Gegenteil der übrigen Lizenzlogik, und es macht die Kosten vor dem ersten Betriebsmonat schwer vorhersagbar.

Self-Managed hat Versionsuntergrenzen. Die Duo Agent Platform verlangt auf einer selbst betriebenen Instanz mindestens GitLab 18.8, für den Test mit Credits 18.9. Ist deine Instanz älter, lautet die Antwort auf «können wir die KI-Funktionen haben» zuerst: Upgrade-Projekt.

Die Frage, die du als Self-Managed-Kunde stellen solltest und die diese Seite dir nicht abnimmt: Wo läuft die Inferenz, und was verlässt dafür dein Netz. Wer sich für Self-Managed entschieden hat, damit der Quellcode in einer Jurisdiktion bleibt, hat dieselbe Frage zur KI, die diesen Code liest. Stell sie ausdrücklich und schriftlich, bevor irgendetwas aktiviert wird.

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Die Entscheidung, auf die es ankommt: SaaS oder Self-Managed

GitLab gibt es in zwei Varianten, und diese Wahl wiegt schwerer als die Frage nach der Lizenzstufe.

GitLab.com ist der gehostete Dienst des Herstellers. Du registrierst dich und legst los. GitLab betreibt die Infrastruktur und bestimmt den Zeitpunkt der Updates, und deine Repositories liegen auf deren Infrastruktur unter deren Jurisdiktion.

Self-Managed ist dieselbe Anwendung auf Infrastruktur deiner Wahl: im eigenen Cloud-Konto, im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Betreiber, den du beauftragst. Du bestimmst Ort, Update-Zeitpunkt und Erreichbarkeit. Du verantwortest das alles auch.

Die kommerziellen Stufen, eine kostenlose und darauf aufbauende mit Security-, Compliance- und Portfolio-Funktionen, gelten für beide Varianten. GitLab hat die Paketierung für Self-Managed zuletzt überarbeitet, deshalb prüfst du den aktuellen Stand besser auf deren Preisseite als in einer Zusammenfassung von Dritten, diese eingeschlossen.

Wann Self-Managed richtig ist

Wenn die Jurisdiktion eine Anforderung ist und keine Präferenz. Quellcode ist häufig das sensibelste Gut einer Softwareorganisation, und für regulierte Schweizer Kunden ist «wo liegt er physisch, und welches Recht gilt für den Vertrag» eine Frage mit vorgeschriebener Antwort.

Wenn du die Netzwerkgrenze brauchst. Eine Instanz, die nur aus dem eigenen Netz erreichbar ist, lässt sich self-managed umsetzen, in einer geteilten SaaS-Umgebung nicht.

Wenn der Update-Zeitpunkt dir gehören soll. Self-Managed heisst, dass du das Fenster wählst. Für Teams mit Change-Freeze-Phasen ist das ein echter Vorteil und zugleich eine Pflicht, siehe unten.

Wann nicht

Ein kleines Team ohne Compliance-Treiber fährt mit GitLab.com meist besser. Dort gibt es keinen Server zu betreiben, und der Aufwand für eine eigene Instanz bringt einem kleinen Team nichts, was es spürt.

«Wir wollen sparen» ist der falsche Grund. Self-Managed verschiebt Kosten vom Abonnement zu Infrastruktur plus Engineering-Zeit. Ob das günstiger ist, hängt vollständig davon ab, wessen Zeit du mitrechnest und wie ehrlich.

Was der Betrieb einer eigenen Instanz verlangt

Dieser Teil wird durchgehend unterschätzt, und deshalb gibt es diese Seite.

Der typische Verlauf ist unspektakulär: Ein Team installiert GitLab an einem Nachmittag, betreibt es ein halbes Jahr gut und stellt dann fest, dass es vier Minor-Versionen zurückliegt, das Backup nie getestet wurde und für beides niemand zuständig ist.

Wo VSHN hineinpasst

VSHN betreibt dedizierte Self-Managed-GitLab-Instanzen für Schweizer Organisationen, auf Cloudscale, Exoscale oder auf Infrastruktur, die du bereits hast, inklusive Updates, Backups, Runnern und 24/7-Incident-Response. Der Einstieg liegt bei CHF 360 pro Monat, und unsere Souveränitätsbewertung behandelt die Jurisdiktionsfrage im Detail.

Wenn du noch zwischen gehostetem Dienst und eigener Instanz abwägst: Der ehrliche Vergleich ist nicht Abonnement gegen Serverkosten, sondern Abonnement gegen Serverkosten plus Engineering-Zeit. Rechne das durch, bevor du dich entscheidest.

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